Die WIR Gruppe setzt sich für den Erhalt und die Sanierung der Kita in Eichhorst ein. Wir wollen die soziale Infrastruktur gerade in den kleinen Orten unserer großen Flächengemeinde solange wie es uns finanziell möglich ist erhalten und pflegen. Wir sehen es nicht ein, dass die beliebteste Kita der Gemeinde mit voller Auslastung und einem zur Schorfheide passenden Waldkita Konzept, zuerst Kapazitäten abbauen muss. Wir würdigen die Entscheidung der Eltern, die sich für den Erhalt ihrer Kita einsetzen
Wir unterstützen die Forderung der Online-Petition und bemühen uns darum eine tragfähige Lösung für alle Beteiligten zu finden. Darum sind wir der Initiative von Bündnis Schorfheide gefolgt um sich in Gesprächen mit allen Betroffenen ein objektives Bild der Situation zu machen. Den Anfang machte eine Besichtigung der Kita am Dienstag, 24.02.2026.
Hier ist das Protokoll zur Besichtigung:
Besichtigung Kita Löwenzahn in Eichhorst durch die Gemeindevertreter der Schorfheide
Ort: Schulstraße 20, 16244 Schorfheide OT Eichhorst
Zeit: 24.02.2026, 17:00 Uhr bis 19:00 Uhr
Anwesend:
Ute Schmidt – Kitaleitung
Frau Janik – Stellvertretende Kitaleitung
Frau Rummler – Träger Kinder- und Jugendhilfe in Schorfheide gGmbH
Detlef Burgemann – Ortsbeirat Eichhorst Bündnis Schorfheide
Toralf Reinhardt – Gemeindevertretung Fraktionsvorsitzender Bündnis Schorfheide/SPD
Enrico Masuhr – Gemeindevertretung Bündnis Schorfheide
Sven Weller – Gemeindevertretung Freie Wähler Schorfheide
Joerg Mitzlaff – Gemeindevertretung WIR für Schorfheide
Das Treffen kam auf Einladung von Frau Schmidt und Initiative von Bündnis Schorfheide zustande.
Das Ziel des Treffens ist es, sich vor Ort ein Bild von Sanierungsbedarf zu machen, das Kita-Konzept kennenzulernen und mit den Akteuren ins Gespräch zu kommen.
Anlass des Treffens sind die Überlegungen der Gemeindeverwaltung, den Betrieb der Kita im laufenden Jahr einzustellen.
Es steht der Vorschlag im Raum, Kinder und Beschäftigte zum September 2026 in die neuen Räumlichkeiten in Lichterfelde (Buckow) umzuziehen.
Gegen diesen Vorschlag haben sich Eltern und eine Bürgerinitiative ausgesprochen. Es gibt eine laufende Petition unter https://www.openpetition.de/petition/online/erhalt-der-kindertagesstaette-loewenzahn-16244-eichhorst-gemeinde-schorfheide mit 1.041 Unterschriften, davon 439 aus der Gemeinde Schorfheide. Die Petition ist der Gemeinde im Sozialausschuss am 12.01.2026 übergeben worden mit der Bitte um Behandlung im Gemeinderat.
Kita-Leitung Fr. Schmidt und die Träger-Vertreterin Fr. Rummler sprechen sich für den Weiterbetrieb der Waldkita Eichhorst aus.
Fr. Schmidt zeigt das Gebäude zunächst von außen und dann von innen im Erdgeschoss und im Obergeschoss. Die Etage im Untergeschoss wurde nicht besichtigt.
Hr. Burgemann erzählt über die Historie des Gebäudes: Das Gebäude ist ein Einfamilienhaus. Es gehörte einer Frau ohne Nachkommen. Sie hat es der Gemeinde überlassen unter der Auflage, dass es für soziale Zwecke zu verwenden ist – Lange Jahre war hier eine Ambulanz und nach der Wende zog hier der Kindergarten ein.
Das Gebäude wurde zur Waldseite hin mit einem Anbau versehen. Der Putz bröckelt an mehreren Stellen und zwischen Haus und Anbau verläuft ein deutlicher und durchgehender Setzungsriss. Weitere Setzungsrisse sind im Fundament des Altgebäudes sowie unter den Fenstern vorhanden.
Wasser- und Abwassermedien liegen an. Die Fenster sind zumeist saniert, wenn auch schon vor 30 Jahren mit Doppelverglasung. Oben im Büro sind es noch alte Holzfenster. Das Dach ist saniert. Ein Blitzschutz ist nicht installiert. Zur Zeit der Dachsanierung sei das nicht vorgeschrieben gewesen, sagt Fr. Schmidt.
Im Erdgeschoss sind kleine und mittlere Kinder untergebracht. Im Obergeschoss die großen Kinder und Vorschulkinder.
Die Vorschule wird zusammen mit der Schule Finowfurt organisiert.
Der Waldkindergarten hat einen großräumigen Außenbereich direkt am Waldrand. Es werden regelmäßig Ausflüge in den Wald unternommen. Es gibt eine Kooperation mit der Waldschule in Groß Schönebeck. Es gibt einen engen sozialen Kontakt zu den Anwohnern im Dorf und zur Volkssolidarität im Gemeindehaus.
Die sanitären Anlagen sind in die Jahre gekommen. Es gibt keine Spülmöglichkeit für die Töpfchen. Als Alternative wird von Fr. Schmidt vorgeschlagen, ohne Töpfchen zu arbeiten und stattdessen gleich mit einer Spültoilette für die Kleinsten zu arbeiten.
Eine bauliche Verkleinerung für eine Spülanlage oder erweiterte sanitäre Anlagen würde den Aufenthaltsraum zu sehr beschränken und wird von der Kita nicht empfohlen.
Die Treppe nach oben ist sehr schmal. Sie hat Bestandsschutz und muss nicht den heutigen Anforderungen für Neubauten entsprechen.
Die Ölheizung läuft nach der Reparatur und Reinigung der Tanks im letzten Jahr problemlos.
Die Elektroanlage hat einen Stand von vor 30 Jahren. Fast alle Kabel sind auf Putz verlegt. Ein FI-Schalter für das Obergeschoss sollte aus Sicherheitsgründen kurzfristig eingebaut werden.
Sanierungsbedarf wird kurzfristig gesehen im Sanitärbereich. Mittelfristig ist Sanierungsbedarf in der Elektroanlage und der Heizung. Ein Gasanschluss liegt in wenigen Metern Entfernung an.
Es wird angestrebt, Sanierungen schrittweise vorzunehmen und innerhalb kurzer Zeiträume (3 Wochen), um den Kita-Betrieb möglichst wenig zu stören.
Es wird von größeren Umbauten abgesehen, die eine Baugenehmigung erfordern würden, weil dann der Bestandsschutz wegfallen würde.
Hier entstand die Idee, einen beheizten Sanitär-Container an der Dorfseite des Gebäudes zu installieren. Die Investitionsentscheidung muss in diesem Jahr gefällt werden und für den Haushalt 2027 eingeplant werden. Herr Weller hat eine Finanzierung über einen 1% Investitionskredit oder über die erwarteten 3,5 Mio. Bundesinvestitionsmittel vorgeschlagen.
In der Runde gab es Einigkeit, dass es ein Moratorium für den Weiterbetrieb der Kita bis Ende 2027 geben soll, damit die Gemeindevertretung hier eine politische Entscheidung für den Erhalt oder eine Schließung in ausreichender Zeit erarbeiten kann. Dieses Moratorium muss spätestens auf der nächsten Gemeindevertretersitzung im Mai 2026 beschlossen werden, damit die Kita und der Träger und die Eltern Planungssicherheit haben.
Kitaleitung und Träger erwarten weiterhin eine volle Auslastung in 2027 und darüber hinaus. Fr. Schmidt wird eine Übersicht der Anfragen und Anmeldungen erstellen und weiterleiten.
Die Runde bestätigt die Erwartung, mit der Begründung, dass es weiterhin einen hohen Siedlungsdruck aus dem Ballungsraum Berlin geben wird und weil das Kita-Konzept ein Alleinstellungsmerkmal ist und die Kita die beste Auslastung aller Kitas der Gemeinde hat!
In der Runde gab es weiterhin Einigkeit darüber, dass die 20 neuen Plätze in Buckow auch ohne die Kinder der Kita Eichhorst ausgelastet werden. Tatsächlich sieht die Runde einen Gewinn für die Auslastung der Schule in Lichterfelde, wenn die Kinder aus dem angrenzenden neuen Baugebiet in Eberswalde erst die Kita und dann die Schule in Lichterfelde besuchen.
Die Eltern in Eichhorst sollen darüber informiert werden, dass es eine Wechselgarantie nur im Jahr 2026 gibt und danach nicht mehr und dass eine politische Entscheidung über den Weiterbetrieb der Kita Eichhorst erst im Laufe des Jahres 2026 getroffen werden kann.
Die Eltern sollen weiterhin darüber informiert werden, dass wegen Sanierung von Straßen und Brücken vorübergehend Umwege über Groß Schönebeck in Kauf genommen werden müssen.
Die Gruppe ist zuversichtlich, dass eine politische Entscheidung für den Erhalt der Kita von der Gemeindeverwaltung respektiert werden wird. Wir möchten die Infrastruktur in den Dörfern erhalten. Unsere Dörfer sollen nicht zu „Schlafdörfern“ werden. Sie brauchen Lebensmittelpunkte und soziale Treffpunkte – gerade in einer Flächengemeinde wie wir es sind.
Joerg Mitzlaff
Protokollant